Die medizinische Versorgung in Deutschland ist gut organisiert. Wer krank wird, bekommt Hilfe. Dafür muss fast jeder Mensch eine Krankenversicherung haben. Die erste Stelle ist meist der Hausarzt. Bei einem echten Notfall gilt immer die Nummer 112. Wer abends oder am Wochenende dringend Hilfe braucht, aber nicht in Lebensgefahr ist, ruft die 116117 an. Dieser Artikel erklärt in einfacher Sprache, wie das System funktioniert. Sie lesen, was Hausarzt und Facharzt tun, was die Terminservicestelle macht und welche Kosten auf Sie zukommen können. So finden Sie im Krankheitsfall schnell den richtigen Weg.
Das System im Überblick: So ist die Versorgung aufgebaut
In Deutschland gibt es zwei Arten der Krankenversicherung. Das erklärt das Portal gesund.bund.de sehr klar. Die erste Art ist die gesetzliche Krankenversicherung, kurz GKV. Die zweite Art ist die private Krankenversicherung, kurz PKV. Eine Krankenversicherung ist für alle Menschen mit Wohnsitz in Deutschland Pflicht. Niemand soll ohne Schutz bleiben, wenn er krank wird.
Rund neun von zehn Menschen in Deutschland sind gesetzlich versichert. Das sind mehr als 70 Millionen Menschen. Die GKV arbeitet nach einem einfachen Grundsatz. Alle zahlen Beiträge nach ihrem Einkommen. Wer mehr verdient, zahlt mehr. Wer weniger verdient, zahlt weniger. Die Behandlung hängt aber nicht vom Beitrag ab. Kranke Menschen bekommen die Hilfe, die sie brauchen. Fachleute nennen das das Solidarprinzip.
Die private Krankenversicherung funktioniert anders. Dort hängt der Beitrag vor allem vom Alter, von der Gesundheit und vom gewählten Tarif ab. Vor allem Selbstständige, Beamte und Menschen mit hohem Einkommen sind privat versichert. Welche Form für eine Person möglich ist, hängt von klaren Regeln ab. Einen guten Überblick über das ganze System gibt auch der Artikel zum Gesundheitssystem Deutschlands bei Wikipedia.
Der Hausarzt: Ihre erste Anlaufstelle
Der Hausarzt kennt seine Patienten oft seit vielen Jahren. Er ist die erste Stelle bei fast allen Beschwerden. Sie gehen zuerst zu ihm, wenn Sie krank sind. Er untersucht Sie und entscheidet dann über die nächsten Schritte. Viele Probleme kann er direkt in seiner Praxis lösen.
Manchmal reicht die Behandlung beim Hausarzt nicht aus. Dann schreibt er eine Überweisung an einen Facharzt. Der Facharzt ist ein Spezialist für einen bestimmten Bereich. Das kann zum Beispiel ein Hautarzt, ein Augenarzt oder ein Orthopäde sein. Mit der Überweisung weiß der Facharzt genau, warum Sie kommen. Später berichtet er dem Hausarzt über das Ergebnis. So bleiben alle Informationen an einem Ort.
Ein fester Hausarzt hat viele Vorteile. Er kennt Ihre Geschichte und Ihre Medikamente. Er erkennt Veränderungen oft früh. Außerdem hilft er bei Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen. Wer noch keinen Hausarzt hat, kann über die Nummer 116117 Hilfe bei der Suche bekommen. Auch die Krankenkassen helfen bei der Arztsuche in der Nähe.
Der Facharzt: Hilfe vom Spezialisten
Fachärzte haben nach ihrem Studium eine lange Weiterbildung gemacht. Sie kennen sich in ihrem Gebiet besonders gut aus. Für viele Fachärzte brauchen Sie eine Überweisung vom Hausarzt. Es gibt aber Ausnahmen. Zum Frauenarzt und zum Augenarzt können Sie auch ohne Überweisung gehen. Das gilt auch für den Kinderarzt und für den Hausarzt selbst.
Manchmal ist der Weg zum Facharzt lang. In manchen Regionen warten Patienten mehrere Wochen auf einen Termin. Auf dem Land gibt es oft weniger Praxen als in der Stadt. Das ist ein bekanntes Problem im deutschen System. Die Politik arbeitet seit Jahren an Lösungen dafür. Ein wichtiges Angebot ist dabei die Terminservicestelle, die wir im nächsten Abschnitt erklären.
Die Terminservicestelle: Hilfe über die 116117
Die Terminservicestelle hilft Ihnen, wenn Sie keinen Facharzttermin finden. Sie erreichen den Patientenservice rund um die Uhr unter der Nummer 116117. Der Service ist an allen Tagen der Woche erreichbar, auch nachts und am Wochenende. Sie können auch die Website 116117.de oder die App nutzen.
Für einen Facharzttermin brauchen Sie meist eine Überweisung mit einem Code. Diesen Code stellt Ihr Hausarzt aus, wenn die Behandlung dringend ist. Die Servicestelle sucht dann einen Termin in zumutbarer Entfernung. Einen Wunschtermin oder eine bestimmte Praxis kann sie aber nicht versprechen. Weitere verlässliche Informationen bietet das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Website.
Die 116117 hat noch eine zweite Aufgabe. Sie ist auch die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Dieser Dienst hilft bei dringenden Problemen außerhalb der Praxiszeiten. Das gilt zum Beispiel am Abend, in der Nacht oder am Feiertag. Die Erkrankung darf aber nicht lebensbedrohlich sein. Bei Lebensgefahr wählen Sie immer die 112.
| Merkmal | Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) | Private Krankenversicherung (PKV) |
|---|---|---|
| Beitrag | Hängt vom Einkommen ab | Hängt von Alter, Gesundheit und Tarif ab |
| Familie | Kinder und Partner ohne eigenes Einkommen sind oft kostenlos mitversichert | Jede Person zahlt einen eigenen Beitrag |
| Leistungen | Für alle Versicherten weitgehend gleich und gesetzlich geregelt | Hängen vom gewählten Tarif ab |
| Zugang | Für Arbeitnehmer unter einer Einkommensgrenze Pflicht | Vor allem für Selbstständige, Beamte und Gutverdiener |
| Abrechnung | Die Praxis rechnet direkt mit der Krankenkasse ab | Patienten zahlen oft zuerst selbst und reichen die Rechnung ein |
Im Notfall: Notaufnahme und die Nummer 112
Ein Notfall ist eine Lage mit Lebensgefahr. Beispiele sind ein schwerer Unfall, starke Schmerzen in der Brust oder ein Schlaganfall. Auch bei Bewusstlosigkeit oder starken Blutungen zählt jede Minute. Dann gilt immer nur eine Nummer: Wählen Sie die 112. Der Rettungsdienst kommt so schnell wie möglich zu Ihnen.
Die Notaufnahme im Krankenhaus ist für schwere und akute Fälle da. Sie ist Tag und Nacht geöffnet. Leichte Erkrankungen gehören dagegen in die Arztpraxis. Wer mit einer Kleinigkeit in die Notaufnahme geht, muss oft sehr lange warten. Schwere Fälle werden dort immer zuerst behandelt. Das ist fair und rettet Leben.
Merken Sie sich den Unterschied gut. Die 112 ist für Notfälle mit Lebensgefahr. Die 116117 ist für dringende Probleme ohne Lebensgefahr, wenn die Praxen geschlossen sind. Tagsüber an Werktagen ist Ihr Hausarzt die richtige Stelle. Mit diesem einfachen Wissen machen Sie im Ernstfall alles richtig.
Zuzahlungen: Was Patienten selbst zahlen
Gesetzlich Versicherte zahlen bei manchen Leistungen einen kleinen Teil selbst. Das nennt man Zuzahlung. Für Medikamente in der Apotheke zahlen Erwachsene zehn Prozent des Preises. Der Betrag liegt dabei zwischen fünf und zehn Euro. Kostet ein Mittel weniger als fünf Euro, zahlen Sie nur den vollen Preis des Mittels.
Im Krankenhaus zahlen Erwachsene zehn Euro pro Tag. Diese Zuzahlung gilt für höchstens 28 Tage im Jahr. Bei Heilmitteln wie Physiotherapie kommen zehn Prozent der Kosten plus zehn Euro pro Rezept hinzu. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von fast allen Zuzahlungen befreit. Nur bei Fahrkosten gilt eine Ausnahme.
Niemand soll durch Zuzahlungen in Not geraten. Deshalb gibt es eine Belastungsgrenze. Sie liegt bei zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens. Für chronisch kranke Menschen liegt sie bei nur einem Prozent. Wer die Grenze erreicht, kann sich für den Rest des Jahres befreien lassen. Dazu stellen Sie einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse. Sammeln Sie deshalb alle Belege gut auf.
Vorsorge: Gesund bleiben ist der beste Schutz
Die beste Behandlung ist die, die gar nicht nötig wird. Vorsorgeuntersuchungen helfen, Krankheiten früh zu finden. Die Krankenkassen zahlen viele dieser Untersuchungen. Dazu gehören zum Beispiel die Krebsvorsorge und der Gesundheits-Check-up beim Hausarzt. Auch empfohlene Impfungen sind für Versicherte in der Regel kostenlos.
Auch Ihr Alltag zählt viel. Bewegung, Schlaf und gutes Essen halten den Körper stark. Wer mehr darüber wissen will, findet bei Tagzen viele einfache Tipps. Ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko für viele Krankheiten deutlich. Auch ein gesunden Darm stärkt das Wohlbefinden im Alltag. Und wer frühe Demenz-Symptome kennt, kann rechtzeitig zum Arzt gehen. Vorsorge beginnt also nicht erst in der Praxis, sondern jeden Tag zu Hause.
Die elektronische Patientenakte: Ihre Daten digital
Seit Januar 2025 gibt es die elektronische Patientenakte, kurz ePA, für alle gesetzlich Versicherten. Ihre Krankenkasse legt die Akte automatisch für Sie an. Wer das nicht möchte, kann widersprechen. Fachleute nennen das Opt-out-Verfahren. Die Akte speichert wichtige Dokumente wie Befunde, Arztbriefe und Medikamentenpläne an einem Ort.
Seit Oktober 2025 müssen Praxen, Krankenhäuser und Apotheken die ePA nutzen. Sie tragen neue Befunde und Daten dort ein. Das hat klare Vorteile für Sie. Ärzte sehen schneller, welche Untersuchungen es schon gab. So lassen sich doppelte Untersuchungen vermeiden. Auch gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten fallen eher auf. Sie selbst können Ihre Akte über die App Ihrer Krankenkasse ansehen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen 112 und 116117?
Die 112 ist der Notruf bei Lebensgefahr. Dann kommt der Rettungsdienst sofort. Die 116117 hilft bei dringenden Problemen ohne Lebensgefahr, wenn die Praxen geschlossen sind. Dort erreichen Sie auch die Terminservicestelle für Facharzttermine.
Brauche ich immer eine Überweisung zum Facharzt?
Nein, nicht immer. Für viele Fachärzte ist eine Überweisung aber sinnvoll und oft nötig. Zum Frauenarzt, Augenarzt, Kinderarzt und Hausarzt können Sie ohne Überweisung gehen. Für einen Termin über die 116117 brauchen Sie meist eine Überweisung mit Code.
Was ist der Unterschied zwischen GKV und PKV?
In der GKV hängt der Beitrag vom Einkommen ab. Leistungen sind für alle weitgehend gleich. In der PKV hängt der Beitrag von Alter, Gesundheit und Tarif ab. Die Leistungen richten sich nach dem Vertrag, den Sie gewählt haben.
Wie viel muss ich im Krankenhaus selbst zahlen?
Gesetzlich versicherte Erwachsene zahlen zehn Euro pro Tag. Das gilt für höchstens 28 Tage pro Jahr. Kinder und Jugendliche zahlen nichts. Außerdem schützt die Belastungsgrenze alle Versicherten vor zu hohen Kosten im Jahr.
Fazit
Die medizinische Versorgung in Deutschland folgt klaren Wegen. Der Hausarzt ist Ihre erste Stelle. Die 116117 hilft bei Terminen und außerhalb der Praxiszeiten. Die 112 rettet im Notfall Leben. GKV und PKV sichern fast alle Menschen im Land ab. Wer Vorsorge nutzt und seine Rechte kennt, findet im Krankheitsfall schnell Hilfe. Hinweis: Dieser Artikel gibt nur allgemeine Informationen zum System. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Behandlung.


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