Ein selbst gemachter Adventskalender braucht nur 24 kleine Behälter, eine Schnur und ein paar Stunden Zeit – und er ist jedes Jahr wieder ein Unikat. Wer einen Adventskalender basteln möchte, muss weder teures Material kaufen noch besonders geschickt sein: Vom klassischen Pappkalender mit 24 Türchen bis zum Säckchen-Kalender am Ast reichen oft Dinge, die ohnehin zu Hause liegen. In diesem Ratgeber findest du 7 Ideen für Kinder und Erwachsene, eine Material- und Kostentabelle, 24 Füllideen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den beliebtesten Kalender überhaupt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Adventskalender hat 24 Türchen und läuft vom 1. bis zum 24. Dezember.
- Für einen selbst gemachten Kalender reichen meist 2 bis 3 Stunden Bastelzeit.
- Die Materialkosten liegen je nach Idee zwischen 0 und etwa 15 Euro.
- Für Kinder eignen sich Tüten, Säckchen und Gläser am besten – sie lassen sich leicht befüllen und wiederverwenden.
- Erwachsene freuen sich besonders über Gutschein- und Erlebnis-Kalender statt über Schokolade.
7 Ideen zum Adventskalender basteln
1. Säckchen am Ast
Der Säckchen-Kalender ist der Klassiker unter den selbst gemachten Kalendern – und der, der auf Fotos am schönsten aussieht. Du brauchst einen stabilen Ast, 24 kleine Stoff- oder Papiertüten, eine Schnur und Zahlen von 1 bis 24. Die Säckchen werden in unterschiedlichen Längen an den Ast gehängt, der Ast selbst kommt an die Wand oder hängt frei im Raum. Besonders hübsch wird der Kalender mit einer Lichterkette und ein paar Tannenzweigen. Der Vorteil: Nach Weihnachten wandern die Säckchen in eine Kiste und werden im nächsten Jahr einfach neu befüllt.
2. Papiertüten an der Leine
Noch einfacher geht es mit Papiertüten: 24 Butterbrottüten werden gefaltet, befüllt und mit Wäscheklammern an eine Schnur gehängt. Die Tüten lassen sich mit Stempeln, Washi-Tape oder handgemalten Motiven verzieren – Kinder können hier wunderbar mithelfen. Wer mag, schneidet die Tüten oben spitz zu, dann sehen sie aus wie kleine Tannenbäume. Diese Variante kostet fast nichts, ist in einer Stunde fertig und sieht an einer weißen Wand richtig festlich aus.
3. Klorollen als Türchen
Aus leeren Toilettenpapierrollen entsteht ein Kalender, der fast nichts kostet und trotzdem Eindruck macht. Die Rollen werden an einer Seite zugedrückt, befüllt, an der anderen Seite ebenfalls zugedrückt und dann wie ein Bienenwaben-Muster aneinandergeklebt oder auf eine Pappe geklebt. Mit Geschenkpapier, Farbe oder Stoffresten verkleidet, erkennt niemand mehr das Ausgangsmaterial. Diese Idee ist ideal, wenn du mit Kindern bastelst: Rollen sammeln, bemalen, bekleben – fertig ist der Upcycling-Kalender.
4. Gläser und Dosen
24 kleine Gläser, etwa Marmeladengläser oder Einmachgläser, ergeben einen Kalender, der auch nach Weihnachten nützlich bleibt. Die Gläser werden befüllt, mit Stoff und Band verschlossen und mit Zahlen versehen. Auf einem Brett, einer Fensterbank oder einer Treppe aufgereiht, sehen sie aus wie ein kleiner Weihnachtsmarkt zu Hause. Praktisch daran: Schokolade, Nüsse und kleine Geschenke bleiben frisch, und der Kalender lässt sich jedes Jahr wiederverwenden – ganz ohne Müll.
5. Pappkalender mit 24 Türchen
Der klassische Adventskalender zum Aufklappen lässt sich auch selbst bauen: Auf einen großen Karton malst oder klebst du ein weihnachtliches Motiv, schneidest 24 Türchen ein und befestigst dahinter kleine Fächer mit Überraschungen. Eine ausführliche Anleitung für einen Kalender aus nur einem Bogen Papier zeigt, dass dafür nicht einmal viel Material nötig ist. Diese Variante ist besonders schön als Geschenk, weil sie sich flach verschicken lässt und beim Öffnen jeden Tag ein neues Bild zeigt.
6. Upcycling aus Dosen und Kisten
Alte Konservendosen, Streichholzschachteln oder kleine Kartons werden gereinigt, bemalt und zu einem Kalender gestapelt oder an die Wand gehängt. Dosen lassen sich wunderbar mit Sprühlack, Stoff oder Papier verkleiden und sind stabil genug für schwerere Füllungen wie kleine Fläschchen oder Tees. Wer viele Dosen sammelt, baut daraus sogar eine Pyramide oder einen Tannenbaum an der Wand – ein echter Blickfang im Flur oder Wohnzimmer.
7. Gutschein-Kalender für Erwachsene
Erwachsene brauchen keine Schokolade – sie freuen sich über Zeit und Erlebnisse. Beim Gutschein-Kalender steckt hinter jedem Türchen ein kleiner Gutschein: ein gemeinsames Frühstück, ein Filmabend, eine Massage, ein Spaziergang im Schnee oder ein selbst gekochtes Lieblingsessen. Die Gutscheine werden gerollt, in kleine Umschläge gesteckt und in einer Box, einem Glas oder an einer Leine verschenkt. Dieser Kalender kostet fast nichts, ist aber oft der persönlichste von allen – und er funktioniert auch wunderbar für Paare und beste Freunde.
Material, Zeit und Kosten im Vergleich
| Idee | Material | Zeitaufwand | Kosten |
|---|---|---|---|
| Säckchen am Ast | Ast, Säckchen, Schnur, Zahlen | 2–3 Stunden | ca. 5–15 Euro |
| Papiertüten an der Leine | Papiertüten, Klammern, Schnur | ca. 1 Stunde | ca. 0–5 Euro |
| Klorollen als Türchen | Rollen, Papier, Kleber | 2 Stunden | ca. 0 Euro |
| Gläser und Dosen | Gläser, Stoff, Band | 2 Stunden | ca. 5–10 Euro |
| Pappkalender mit Türchen | Karton, Papier, Kleber | ca. 3 Stunden | ca. 0–5 Euro |
| Upcycling aus Dosen | Dosen, Farbe, Papier | 2–3 Stunden | ca. 0–5 Euro |
| Gutschein-Kalender | Papier, Umschläge, Stifte | ca. 1 Stunde | ca. 0 Euro |
24 Füllideen für jeden Tag
Für Kinder: kleine Schokolade, Sticker, Radiergummis in Tierform, Murmeln, Haarspangen, Mini-Puzzle, Buntstifte, Seifenblasen, ein Pixi-Buch, ein Jo-Jo, Glitzersteine, ein kleiner Flummi.
Für Erwachsene: Teebeutel in besonderen Sorten, Gewürze, ein Rubbellos, ein Foto, ein handgeschriebener Spruch, ein Lippenbalsam, ein Schlüsselanhänger, ein Teelicht, ein Saatgut-Tütchen, ein Rezept, ein Gutschein, ein Mini-Parfüm.
Tipp: Mische kleine und größere Überraschungen – an den Adventssonntagen darf es gern etwas Besonderes sein, an Werktagen reicht eine Kleinigkeit. So bleibt die Spannung bis Heiligabend erhalten.
Schritt für Schritt: Säckchen-Kalender am Ast
- Suche einen stabilen, geraden Ast von etwa 80 bis 100 Zentimetern Länge und reinige ihn gründlich.
- Befestige an beiden Enden eine Schnur zum Aufhängen und hänge den Ast an die Wand.
- Befülle 24 kleine Säckchen oder Tüten mit den Überraschungen und verschließe sie mit Band oder Klammern.
- Beschrifte jedes Säckchen mit einer Zahl von 1 bis 24 – am besten durcheinander, nicht der Reihe nach.
- Hänge die Säckchen in unterschiedlichen Längen an den Ast, schwere Säckchen näher an der Wand.
- Dekoriere den Ast mit einer batteriebetriebenen Lichterkette, Tannenzweigen und ein paar Hagebutten – fertig.
Wichtig bei echten Kerzen in der Nähe: Offene Flammen und Papier vertragen sich nicht. Nutze deshalb LED-Lichterketten und stelle Kerzen nie direkt unter den Kalender. Falls doch einmal Wachs auf den Tisch tropft, hilft ein Ratgeber zum Thema Kerzenwachs entfernen.
5 Fehler, die du vermeiden solltest
- Zu spät anfangen: Wer erst am 30. November bastelt, gerät unter Zeitdruck – plane lieber ein Wochenende im November ein.
- Zu schwere Füllungen: Schwere Gläser oder Flaschen reißen Tüten und Schnüre ab – prüfe vorher, was die Aufhängung trägt.
- Zahlen vergessen: Ohne klare Nummerierung öffnen Kinder garantiert das falsche Türchen – beschrifte alles vor dem Befüllen.
- Lebensmittel ohne Verpackung: Offene Schokolade und Plätzchen werden schnell alt – packe Essbares immer einzeln ein.
- Nur Süßes einfüllen: Nach 24 Tagen Schokolade ist niemandem geholfen – mische Süßes, Praktisches und Persönliches.
Häufige Fragen
Wann fängt man mit dem Adventskalender basteln an?
Am besten im November, damit der Kalender am 1. Dezember fertig an der Wand hängt. Ein einfacher Tüten-Kalender ist in einer Stunde gemacht, aufwendige Varianten wie der Pappkalender brauchen bis zu drei Stunden. Wer den Kalender verschenken will, sollte zusätzlich ein paar Tage für den Versand einplanen.
Was kostet ein selbst gemachter Adventskalender?
Je nach Idee zwischen 0 und etwa 15 Euro. Upcycling-Varianten aus Klorollen, Dosen oder Restpapier kosten fast nichts, weil das Material ohnehin zu Hause liegt. Am teuersten sind Säckchen-Kalender mit Stoffbeuteln und Deko – aber auch die bleiben meist unter 15 Euro und sind im nächsten Jahr wiederverwendbar.
Was kommt in einen Adventskalender für Erwachsene?
Gutscheine für gemeinsame Zeit, kleine Leckereien wie Tee, Gewürze oder Schokolade, Fotos, handgeschriebene Sprüche und praktische Kleinigkeiten. Besonders beliebt sind Erlebnis-Gutscheine: Frühstück, Filmabend, Massage oder ein selbst gekochtes Menü. Wer mag, kombiniert beides – an Werktagen eine Kleinigkeit, an den Adventssonntagen ein Erlebnis.
Woher kommt der Adventskalender eigentlich?
Der Brauch stammt aus dem 19. Jahrhundert: Familien zählten die Tage bis Weihnachten mit Kreidestrichen, Strohhalmen oder Bildern an der Wand. Als Erfinder des modernen Adventskalenders mit Türchen gilt der Verleger Gerhard Lang, dessen Kalender „Im Lande des Christkinds“ 1904 als Beilage einer Stuttgarter Zeitung erschien. Mehr zur Geschichte steht auf Wikipedia.
Fazit
Einen Adventskalender zu basteln lohnt sich – für Kinder, für Erwachsene und für alle, die gern schenken. Die einfachste Variante ist der Tüten-Kalender an der Leine, der schönste der Säckchen-Kalender am Ast und der persönlichste der Gutschein-Kalender. Fang am besten noch im Oktober oder November an, sammle das Material in Ruhe und befüll die Türchen mit einer Mischung aus Süßem, Praktischem und Persönlichem. Dann wird das Öffnen jeden Morgen im Dezember zu einem kleinen Ritual, an das sich alle gern erinnern. Weitere Ideen für die Weihnachtszeit findest du bei den Geschenkideen und beim Laternen basteln für den Herbst.

