Am 20. Oktober 2026 ist Stefan Raab 60 Jahre alt geworden – und anders als bei seinem Abschied vor elf Jahren steht er wieder mitten im Scheinwerferlicht. Damals, im Dezember 2015, verabschiedete sich der erfolgreichste Entertainer des Landes auf dem Höhepunkt seiner Karriere von der Bühne. Heute moderiert er bei RTL, gewinnt Fernsehpreise – und muss sich gleichzeitig mit Quoten messen lassen, die es in seiner ProSieben-Ära so nicht gab. Sein zweites TV-Leben ist das spannendste Kapitel einer beispiellosen Karriere. Zeit für einen Rückblick.
Stefan Raab im Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Name | Stefan Konrad Raab |
| Geboren | 20. Oktober 1966 in Köln |
| Beruf | Entertainer, Moderator, TV-Produzent, Musiker |
| Ausbildung | Metzgerlehre, Jurastudium (abgebrochen) |
| Bekannt durch | Vivasion, TV total, Schlag den Raab, Eurovision Song Contest |
| Sender | VIVA (1993–1998), ProSieben (1999–2015), RTL (seit 2024) |
| Wohnort | Köln-Hahnwald |
Der Metzger, der das Fernsehen veränderte
Stefan Raab wuchs in Köln auf, wo seine Eltern eine Metzgerei betrieben. Er besuchte das Jesuiten-Internat Aloisiuskolleg in Bonn, absolvierte im elterlichen Betrieb eine Metzgerlehre und studierte anschließend Jura in Bielefeld und Köln – brach das Studium aber nach fünf Semestern ab. Eine Entscheidung, die das deutsche Fernsehen verändern sollte.
1993 startete er beim Musiksender VIVA die Comedyshow „Vivasion“. Bundesweit bekannt wurde er 1994, als er mit einem Spott-Song auf Bundestrainer Berti Vogts einen Hit landete. Bis 1998 blieb er bei VIVA – dann wechselte er zu ProSieben und baute dort eine Fernsehmarke auf, die eine ganze Generation prägte.
Die ProSieben-Ära: „TV total“ und die Samstagabend-Maschine
Am 8. März 1999 startete „TV total“. Was als wöchentliche Late-Night-Show begann, lief ab 2001 viermal pro Woche und wurde zur längsten Late-Night-Show des deutschen Fernsehens. Doch Raab dachte in größeren Dimensionen: Er erfand die Wok-WM, das Turmspringen, die Stock Car Crash Challenge – und 2006 „Schlag den Raab“, in dem sich Kandidaten in bis zu 15 Spielen mit ihm maßen. Kaum ein Herausforderer hatte eine Chance: Raab galt als nahezu unschlagbar, ehrgeizig bis zur Besessenheit.
Hinzu kam ab 2005 der von ihm geschaffene Bundesvision Song Contest. Anfang der 2010er-Jahre bezeichneten Medien Raab als den mächtigsten Mann im deutschen Unterhaltungsfernsehen. Über 40 Preise – darunter der Deutsche Comedypreis, der Bayerische Fernsehpreis und die Rose d’Or – sowie zahlreiche Gold- und Platin-Schallplatten untermauern diesen Status.
Der Perfektionist hinter den Kulissen
Was Raab von anderen Moderatoren unterschied, war die totale Kontrolle: Er moderierte nicht nur, er produzierte seine Formate über sein eigenes Firmenumfeld gleich mit – von der Idee über die Musik bis zur letzten Einspielung. Sein Ehrgeiz war branchenweit berüchtigt: Bei „Schlag den Raab“ bereitete er sich akribisch auf jede Disziplin vor, bei „TV total“ feilte er bis kurz vor der Aufzeichnung an Gags und Abläufen. Kollegen beschrieben ihn als Perfektionisten, der Misserfolge persönlich nahm. Genau diese Mischung aus Kreativität und Kontrollwillen machte ihn für Sender so wertvoll – und erklärt, warum nach seinem Abschied 2015 eine ganze Formatkultur bei ProSieben mit ihm ging.
Der ESC-Macher: Von Guildo Horn bis zum Sieg mit Lena
Kein Kapitel zeigt Raabs Gespür für große TV-Momente besser als der Eurovision Song Contest. 1998 schrieb er für Guildo Horn den Titel „Guildo hat euch lieb!“, der auf Platz sieben landete. 2000 trat er selbst an: „Wadde hadde dudde da?“ erreichte Platz fünf. 2004 komponierte er für Max Mutzke „Can’t Wait Until Tonight“ (Platz acht).
Der Höhepunkt folgte 2010: Mit seiner Castingshow „Unser Star für Oslo“ fand Raab Lena Meyer-Landrut – die in Oslo sensationell den ESC gewann und Deutschland den zweiten Sieg der Geschichte bescherte. 2011 moderierte Raab das Finale in Düsseldorf an der Seite von Anke Engelke und Judith Rakers. Selbst beim deutschen Vorentscheid 2025 war er wieder dabei – mehr als ein Vierteljahrhundert nach seinem ESC-Debüt: Das von ihm mitverantwortete Duo Abor & Tynna erreichte mit „Baller“ in Basel Platz 15. Eine ausführliche Karriereübersicht bietet die Wikipedia.
Der Abschied 2015 – und die stillen Jahre
Im Juni 2015 verkündete Raab das Ende seiner TV-Karriere – ein Paukenschlag, denn er war auf dem absoluten Höhepunkt. Im Dezember 2015 lief die letzte Ausgabe von „TV total“. Raab verschwand von der Bildfläche, blieb aber als Produzent und Unternehmer hinter den Kulissen aktiv. Fast neun Jahre lang sah man ihn kaum in der Öffentlichkeit – bis er 2024 zurückkehrte.
Das RTL-Comeback: Fernsehpreis, Jetski-Erfolg und Quoten-Tiefpunkt
Im September 2024 kehrte Raab mit einem Boxkampf gegen Regina Halmich ins Fernsehen zurück – und unterschrieb bei RTL. Seit September 2025 moderiert er „Die Stefan Raab Show“, die 2026 sogar auf zwei Ausgaben pro Woche wächst: eine bei RTL+, eine weitere im linearen RTL-Programm (donnerstags, 23:15 Uhr). Dazu kamen im Herbst 2025 „Die Unzerquizbaren“ an der Seite von Elton – jenem Mann, der einst als Praktikant bei „TV total“ angefangen hatte. 2026 moderiert Raab außerdem gemeinsam mit Barbara Schöneberger das Format „Wer weiß wie wann was war?“.
Die Bilanz dieses zweiten Kapitels ist gemischt, wie auch spot on news analysiert: Mit der „Jetski Star WM“ Ende August 2026 knüpfte Raab an seine alten Eventshow-Erfolge an – rund 1,16 Millionen Zuschauer und 18,9 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. Am 9. September 2026 erhielt er mit Schöneberger den Deutschen Fernsehpreis für „Beste Unterhaltung Show“. Doch die jüngste Ausgabe seiner Stefan Raab Show fiel am 15. Oktober auf einen Tiefpunkt von nur 290.000 Zuschauern. RTL-Chefin Inga Leschek stärkte ihm dennoch den Rücken: „Man braucht Menschen wie ihn, die für Gesprächsstoff sorgen“, sagte sie dem „Spiegel“. Und den typischen Raab-Humor hat er nicht verloren: In seiner Oktoberfest-Ausgabe entschuldigte er sich als selbst ernannter „RTL-Chef“ augenzwinkernd für das zuvor gelaufene Format von Heidi Klum – während Sender wie ProSieben parallel mit Formaten wie Big Brother um dieselbe Zielgruppe kämpfen.
Und es geht weiter: Die aktuelle Ausgabe seiner Show am Donnerstag, 22. Oktober 2026, setzte mit den Gästen Özcan Cosar und Bastian Bielendorfer wieder stärker auf Comedy – ein Zeichen dafür, dass Raab und RTL an dem Format festhalten und es weiterentwickeln, statt es nach wenigen schwächeren Quotenwochen aufzugeben. Sein Vertrag und die Ausweitung auf zwei Ausgaben pro Woche sprechen dafür, dass der Sender langfristig mit ihm plant.
Privat: Hahnwald und die konsequent geschützte Familie
So öffentlich seine Karriere ist, so abgeschirmt ist sein Privatleben. Raab lebt in Köln-Hahnwald und hat mit seiner Partnerin zwei Töchter. Namen, Fotos, Interviews zur Familie – all das gibt es bei ihm nicht. Diese strikte Trennung pflegt er seit Jahrzehnten, und selbst sein Comeback hat daran nichts geändert. Was über Stefan Raab bekannt ist, spielt sich auf der Bühne ab. Vielleicht ist genau das Teil seines Erfolgsgeheimnisses: In einer Zeit, in der Stars ihr Privatleben in sozialen Netzwerken ausbreiten, bleibt Raab ein Rätsel – und damit interessant.
Bemerkenswert ist auch sein Umgang mit den sozialen Medien: Während andere TV-Stars auf Instagram und TikTok täglich präsent sind, sucht man offizielle Accounts von Stefan Raab weitgehend vergeblich. Seine Bühne bleibt das Fernsehen – ergänzt um die Streamingplattform RTL+, auf der seine Show zeitversetzt und in zusätzlicher Ausgabe läuft. Dass ein 60-Jähriger, der Social Media praktisch ignoriert, trotzdem regelmäßig für Schlagzeilen und Gesprächsstoff sorgt, zeigt seine Ausnahmestellung: Raab braucht keine Algorithmen – er ist selbst das Ereignis.
Häufige Fragen zu Stefan Raab
Wie alt ist Stefan Raab?
Stefan Raab wurde am 20. Oktober 1966 in Köln geboren und ist am 20. Oktober 2026 60 Jahre alt geworden.
Warum hat Stefan Raab 2015 aufgehört?
Raab beendete seine Bildschirmkarriere Ende 2015 auf dem Höhepunkt seines Erfolgs – nach über 16 Jahren „TV total“. Danach arbeitete er als Produzent hinter den Kulissen weiter, bevor er 2024 sein Comeback bei RTL feierte.
Welche Sendungen moderiert Stefan Raab 2026?
Aktuell moderiert er „Die Stefan Raab Show“ (RTL+ und RTL), „Wer weiß wie wann was war?“ mit Barbara Schöneberger sowie „Die Unzerquizbaren“ mit Elton.
Hat Stefan Raab Kinder?
Ja, Stefan Raab hat zwei Töchter. Er schützt seine Familie jedoch konsequent vor der Öffentlichkeit, weshalb über sie kaum etwas bekannt ist.
Stand: Oktober 2026. Quellen u. a. Wikipedia, spot on news, 1&1, DWDL.

